Ist Kalorienzählen hilfreich beim Abnehmen?

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Fastfood-Burger wird mit einer Schieblehre vermessen

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob das Kalorienzählen beim Abnehmen hilft, gibt es meiner Meinung nach nicht. Ich würde sie wahrscheinlich mit „Jein“ beantworten.

Aber um es gleich schon einmal vorweg zu nehmen: Sich mit seinem Kalorienbedarf auseinander zu setzen und darauf zu achten, was man über den Tag verteilt alles in den Mund steckt, ist grundsätzlich gut. Ob es tatsächlich reicht, um abzuspecken, hängt von verschiedenen Faktoren zusammen. Nämlich:

Dein tatsächlicher Kalorienbedarf

Den tatsächlichen Kalorienbedarf zu ermitteln, ist gar nicht so einfach. Die pauschale Annahme auf vielen Verpackungen, jeder Erwachsene benötige 2000 Kcal, ist grundsätzlich falsch. Folgende Faktoren spielen eine große Rolle: Geschlecht, Alter, Größe und aktuelles Gewicht. Aus diesen Werten ergibt sich dein Grundumsatz. Diesen Grundumsatz (oder Grundbedarf) hat unser Körper immer, selbst wenn du den ganzen Tag nur im Bett liegst und dich nicht bewegst. Zu diesem Grundumsatz kommt dann dein ganz individueller Energiebedarf, der sich aus deinen Aktivitäten ergibt. Hast du einen Schreibtisch-Job und bewegst dich auch in deiner Freizeit sehr wenig? Dann wird dein Gesamtumsatz (das ist der Grundumsatz zzgl. dem Umsatz der durch körperliche Aktivität zustande kommt) natürlich geringer sein, als wenn du ein Bauarbeiter bist und auf der Baustelle stundenlange, schwere Arbeit verrichten musst.

Die Nahrungsmittel

Zwar ist die Nahrungsmittel-Industrie mittlerweile verpflichtet, die Nährwerte ihrer Produkte anzugeben. Diese Angaben sind aber oft sehr ungenau. Darüber hinaus sind diese meistens pro 100g angegeben. Du müsstest also jede Scheibe Wurst, Käse oder den Marmeladenaufstrich zunächst abwiegen, bevor du mit dem Verzehr beginnst. Ein sehr mühsames Unterfangen. Noch komplizierter wird es bei Restaurant-Besuchen. Hier kann meist nur geschätzt werden. Eine gute Hilfe sind die Lebensmittel-Datenbanken diverser Apps (Yazio, FDDB, MyFitnessCal). Aber auch diese Daten sind nur so genau wie sie gepflegt werden.

Deine eigene Disziplin

Jedes Stückchen Nahrung, das du dir in den Mund schiebst, vorher abzuwiegen und mit den korrekten Werten zu notieren, ist sehr sehr aufwändig und erfordert eine Menge Disziplin. In den ersten Tagen eines großen Abnehmen-Projektes mag das noch Spaß machen. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Disziplin sehr schnell wieder nachlässt. Es ist sehr sehr umständlich. Spätestens wenn du mit Freunden essen gehst oder einen Ausflug unternimmst und dich unterwegs mit Nahrung versorgst, werden sich Ungenauigkeiten einschleichen oder es verbleibt ganz.

Mein Fazit zu diesem Thema

Das Zählen von Kalorien ist meiner Meinung nur ein kleiner Schritt von vielen. Eine gewisse Zeit lang wirst du es sicherlich umsetzen können, aber schon nach einigen Wochen lässt die Disziplin nach und es schleicht sich so langsam raus aus dem Alltag. Dann ist wieder alles beim Alten. Viel wichtiger ist es darauf zu achten, was du isst. Stark zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke solltest du komplett aus deinem Ernährungsplan streichen und durch gesunde Lebensmittel (Gemüse, Obst, Nüsse) ersetzen. Da sparst du schon mal automatisch eine Menge an Kcal täglich ein. Um einen Überblick zu bekommen, was du über den Tag verteilt alles zu dir nimmst (du wirst staunen wie viel davon du unbewusst konsumierst), macht eine Food-Tracking-App wie FDDBYazio oder MyFitnessPal durchaus Sinn. Diese Apps berechnen dir grob was du täglich an Energie benötigst (auf Wunsch wird schon ein Defizit mit eingerechnet). Wenn du dann fleißig deine Nahrungsmittel einträgst, erhältst du am Ende des Tages eine (positive oder negative) Bilanz.

Ergo: Nicht nur Kalorien zählen, sondern auch gezielt die gesamte Ernährung auf gesündere Lebensmittel umstellen. Wenn du das schaffst und verinnerlichst wirst du nachhaltig Körperfett verlieren.

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